Streaming-Portale revolutionieren gerade den Film- und Serienmarkt. Netflix und Amazon lassen sich Eigenproduktionen viel Geld kosten. Doch taugen die wirklich was? Primeflix nimmt House of Cards und Co. unter die Lupe.

Samstag, 6. Februar 2016

Verliebt, verlobt, vernetflixt

Für viele Paare kommt Heiraten heutzutage überhaupt nicht mehr in Frage. Auf Liebesbeweise wollen sie aber natürlich trotzdem nicht verzichten. Rosen, ein romantisches Dinner - oder ein gemeinsamer Netflix-Account. 


Das Teilen des Netflix-PINs kommt heutzutage einer inoffiziellen Hochzeit gleich. Das belegen sogar Studien. Das Forschungsunternehmen Ispos hat über 1000 US-amerikanische Netflix-Nutzer im Alter zwischen 18 und 39 Jahren zu Beziehungsthemen befragt. 

Copyright: Werben & Verkaufen

69 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei einem Date bereits mit Gesprächen über Filmen das Eis gebrochen hätten, 63 Prozent sagten das Gleiche über Serien. 

Das wohl interessanteste Ergebnis der Studie, von der Werben & Verkaufen auf seiner Internetseite berichtet: Über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) versicherten, dass ein gemeinsamer Netflix-Account einen großen Schritt in einer Beziehung darstelle. Für 17 Prozent kommt das Teilen des Netflix-PINs erst nach einer Verlobung in Betracht. 

Für all die, die nicht mit der Schönheit einer Jessica Alba oder eines Channing Tatum gesegnet sind, liefert die Studie noch einen Hoffnungsschimmer: Ein Viertel der Befragten gaben an, dass (die richtigen) Film- und Serienvorlieben einen Partner attraktiver machen. 


Copyright: Werben & Verkaufen

Freitag, 29. Januar 2016

Neue Netflix Suchmaschine

Seit kurzem ist eine neue inoffizielle Netflix-Suchmaschine online.

Auf der Seite von uNoGS.com lässt sich mithilfe von Netflix- und IMDB-Rating, dem Erscheinungsjahr, Genre, Stichwortsuche und einigen anderen Punkten damit das komplette weltweite Netflix-Angebot durchsuchen. Der Clou des Ganzen ist, dass im Ergebnis angezeigt wird, in welchen Ländern die gefundenen Filme im Netflix-Repertoire zu finden sind. Über einen "Watch Now"-Button kommt man direkt zum Film. Lediglich die Login-Daten muss man noch eingeben, falls man nicht sowieso permanent online ist. Ein super Service!

Der leicht kryptisch anmutende Name der Website uNoGS.com steht dabei für "unofficial Netflix online Global Search".
Die Suchmaske von uNoGS.com

Was macht man aber nun, wenn man einen interessanten Film gefunden hat, der aber in Deutschland nicht verfügbar ist? Dafür gibt's eine einfache, aber eine nicht ganz legale Lösung: Man nutzt einen sogenannten VPN-Datentunnel (Anleitung gibt's bei der PC-Welt). Aber der Tipp ist mit höchster Vorsicht zu genießen, denn Netflix hat kürzlich angekündigt, dass es in Zukunft rigoros gegen Nutzer eines VPN-Tunnels vorgehen wird. Erste Kunden wurden deswegen bereits sogar schon gesperrt.


So wird das Suchergebnis dargestellt. 

Ganz legal ist das Ganze also nicht. Wer sich aber mal umsehen will, welche Filme und Serien Netflix in anderen Serien so im Regal stehen hat, der kann einen Blick auf uNoGS.com werfen.

Freitag, 22. Januar 2016

"Self-made": Amazon und Netflix buhlen mit Eigenproduktionen um Dich!

Eigenproduktionen - das neue TV-Programm?

Eigenproduktionen haben in den vergangen Jahren ordentlich an Einfluss gewonnen. 
Du hast noch nie von "Orange Is the New Black" gehört? Spätestens wenn Dir jemand "House of Cards" oder "Better Call Saul" ins Ohr flüstert, sollte es aber klingeln!

Die großen Streamingdienste machen dem alltäglichen TV-Programm ganz schön Konkurrenz (Wenn man sich das RTL(2)-Programm durchliest, ist das kein Wunder). 

Die "Original Series", wie die Produktionen beispielsweise von dem Streaming-Riesen Amazon genannt werden, sollen Konkurrenten wie Netflix und Co. ordentlich Dampf unter'm Hintern machen und gleichzeitig neue Kunden akquirieren. 


Wie angle ich mir einen Kunden (Dich)?

Nach der wahnsinnig erfolgreichen Serie "Breaking Bad" produzierte Netflix die kostspielige Fortsetzung des Heisenberg-Anwalts "Better Call Saul". Der größte Mitbewerber Amazon punktet mit Serien wie "Bosch" oder "Transparent". Diese exklusiven Produktionen sind ausschließlich auf der jeweiligen Plattform zu finden.  




Der Streaming-Riese Amazon

Amazon veröffentlicht jährlich viele kostenlose Pilotfolgen, die von den Kunden bewertet werden können. Die Serien, die am positivsten bewertet werden, werden von Amazon Studios produziert. Laut eigenen Angaben Amazons basieren die Serien auf eingereichten Drehbüchern der Zuschauer. 
Die Eigenproduktion "Transparent" - ein Comedy-Drama über die Transsexualität eines Familienvaters - erhielt im Januar 2015 als erste Onlineproduktion den Golden Globe für die beste Comedyserie. 



Samstag, 16. Januar 2016

„Ihr könnt anziehen, was ihr wollt. Aber kommt nicht nackt ins Büro.“ - Ein paar interessante Fun Facts über Netflix

Das wusstet ihr mit Sicherheit noch nicht über Netflix...

#1 Netflix ist älter als Google. Google wurde 1998 gegründet, Netflix bereits 1997. 

#2 Blockbuster lehnte den Kauf von Netflix für 50 Millionen Dollar ab. Blöd nur, dass Netflix inzwischen 20 Milliarden Dollar wert ist. 

#3 Jeder Mitarbeiter muss eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Niemand darf wissen, wo die DVD-Hallen sind. 

#4 Die Idee zu Netflix kam dem CEO Reed Hastings, nachdem er 1997 eine VHS-Kassette zu spät abgab und eine Gebühr von 40 Dollar zahlen musste. 


Netflix CEO Reed Hastings

#5 Die mistgesehene Serie auf Netflix ist - wie könnte es anders sein - Breaking Bad.

#6 Die Netflix Mitarbeiter können so viel Urlaub nehmen wie sie wollen. “It’s about freedom and responsibility and treating people like adults.”

#7 2013 erhielt Netflix eine Oscar-Nominierung für den Film "The Square".

#8 In China hat Netflix über 20 Millionen Abonnenten - Netflix ist in China allerdings nicht verfügbar.

#9 Ein durchschnittlicher User nutzt Netflix circa 90 Minuten pro Tag.

#10 In einem Leitfaden von Netflix' Unternehmenskultur steht: „Ihr könnt anziehen, was ihr wollt. Aber kommt nicht nackt ins Büro.“


Freitag, 8. Januar 2016

„Beasts of No Nation“ - Über das grausame Ende einer Kindheit


Mit dem Kriegsdrama „Beasts of No Nation“ unternahm Netflix einen gewagten Schritt, denn den von ihnen produzierten Spielfilm konnte man ausschließlich auf der Seite des Streamingportals schauen. Damit startete Netflix seine Offensive gegen die Kinobranche und dies offensichtlich erfolgreich, denn der Film ist bereits für mehrere Oscarnominierungen im Gespräch.


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„Beasts of No Nation“ zeigt die grausame Verwandlung eines unschuldigen Jungen zu einem mitleidlosen Kindersoldaten. 
In den Kriegswirren eines unbenannten, vom Bürgerkrieg gebeutelten afrikanischen Landes verliert der neunjährige Agu (Abraham Attah) sowohl seine komplette Familie als auch sein Zuhause. Auf der Flucht gerät er schließlich in die Fänge jener bestialischen Rebellenmiliz, die mordend durch das Land zieht. Der psychopathische Kommandant, großartig gespielt von Idris Elba, nimmt ihn unter seine Fittiche und bringt dem traumatisierten Jungen in einem Camp im Dschungel das Töten bei. Agu merkt schnell, dass seine einzige Möglichkeit zu überleben darin besteht, sich in der gnadenlosen Gruppe von brutalen Männern und verstörten Jungen zu beweisen und so verliert auch er schnell fast all seine Hemmungen. Die dadurch entstehende Brutalität wird ungeschönt immer und immer wieder dargestellt, so dass man sich, an diesem Punkt im Film angekommen, teilweise fragt, ob es nun nur noch um das reine Gemetzel geht oder die Handlung noch mehr hergibt.
 Ohne zu viel verraten zu wollen, sei noch erwähnt, dass das Ende nicht ganz schlüssig zur restlichen Story und etwas unpassend zum Stil des Films ist. 



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Bekannter Regisseur, tolle Schauspieler

Bei dem im Oktober 2015 erschienenen Film führte Cary Joji Fukunaga Regie, der unter anderem durch die erste Staffel von „True Detektive“ auf sich aufmerksam machte. Die Schauspieler sind größtenteils unbekannt, nach ihrer tollen Leistung, war das aber mit Sicherheit nicht ihr letzter Auftritt vor der Kamera.


Ein bildgewaltiges Kriegsepos 

„Beasts of No Nation“ zeigt die Schrecken des Krieges und die unbarmherzige Verrohung eines unschuldigen Kindes zu einem Monster. Streckenweise fällt die Story leicht ab, sodass das reine Gemetzel im Vordergrund steht. Dies tut der schauspielerischen Leistung jedoch keinen Abbruch - diese ist durchgehend großartig. Der Film ist mit Sicherheit nichts für schwache Nerven, wer aber mit Blut und Brutalität zurechtkommt, findet ein bildgewaltiges Kriegsepos über das schreckliche wie dramatische Dasein afrikanischer Kindersoldaten.
Am Ende des Films ist Agu äußerlich zwar immer noch ein kleiner Junge, im Herzen aber ein schwer vom Krieg gebeutelter und traumatisierter Erwachsener.