Mit dem Kriegsdrama „Beasts of No Nation“ unternahm Netflix einen gewagten Schritt, denn den von ihnen produzierten Spielfilm konnte man ausschließlich auf der Seite des Streamingportals schauen. Damit startete Netflix seine Offensive gegen die Kinobranche und dies offensichtlich erfolgreich, denn der Film ist bereits für mehrere Oscarnominierungen im Gespräch.
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Copyright: Netflix
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„Beasts of No Nation“ zeigt die grausame Verwandlung eines unschuldigen Jungen zu einem mitleidlosen Kindersoldaten.
In den Kriegswirren eines unbenannten, vom Bürgerkrieg gebeutelten afrikanischen Landes verliert der neunjährige Agu (Abraham Attah) sowohl seine komplette Familie als auch sein Zuhause. Auf der Flucht gerät er schließlich in die Fänge jener bestialischen Rebellenmiliz, die mordend durch das Land zieht. Der psychopathische Kommandant, großartig gespielt von Idris Elba, nimmt ihn unter seine Fittiche und bringt dem traumatisierten Jungen in einem Camp im Dschungel das Töten bei. Agu merkt schnell, dass seine einzige Möglichkeit zu überleben darin besteht, sich in der gnadenlosen Gruppe von brutalen Männern und verstörten Jungen zu beweisen und so verliert auch er schnell fast all seine Hemmungen. Die dadurch entstehende Brutalität wird ungeschönt immer und immer wieder dargestellt, so dass man sich, an diesem Punkt im Film angekommen, teilweise fragt, ob es nun nur noch um das reine Gemetzel geht oder die Handlung noch mehr hergibt. Ohne zu viel verraten zu wollen, sei noch erwähnt, dass das Ende nicht ganz schlüssig zur restlichen Story und etwas unpassend zum Stil des Films ist.
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Bekannter Regisseur, tolle Schauspieler
Bei dem im Oktober 2015 erschienenen Film führte Cary Joji Fukunaga Regie, der unter anderem durch die erste Staffel von „True Detektive“ auf sich aufmerksam machte. Die Schauspieler sind größtenteils unbekannt, nach ihrer tollen Leistung, war das aber mit Sicherheit nicht ihr letzter Auftritt vor der Kamera.Ein bildgewaltiges Kriegsepos
„Beasts of No Nation“ zeigt die Schrecken des Krieges und die unbarmherzige Verrohung eines unschuldigen Kindes zu einem Monster. Streckenweise fällt die Story leicht ab, sodass das reine Gemetzel im Vordergrund steht. Dies tut der schauspielerischen Leistung jedoch keinen Abbruch - diese ist durchgehend großartig. Der Film ist mit Sicherheit nichts für schwache Nerven, wer aber mit Blut und Brutalität zurechtkommt, findet ein bildgewaltiges Kriegsepos über das schreckliche wie dramatische Dasein afrikanischer Kindersoldaten.Am Ende des Films ist Agu äußerlich zwar immer noch ein kleiner Junge, im Herzen aber ein schwer vom Krieg gebeutelter und traumatisierter Erwachsener.


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