Streaming-Portale revolutionieren gerade den Film- und Serienmarkt. Netflix und Amazon lassen sich Eigenproduktionen viel Geld kosten. Doch taugen die wirklich was? Primeflix nimmt House of Cards und Co. unter die Lupe.
Was Innovationen auf dem Film- und Serienmarkt angeht, waren Netflix und Amazon Video 2015 ein absoluter Vorreiter - und es sieht so aus, als möchte die Streaming-Dienste diesen Weg auch im kommenden Jahr fortsetzen. Welche Serien und Filme aus dem Hause Netflix und Amazon Video nächstes Jahr in aller Munde sein werden, zeigt euch Primeflix in einer kleinen Übersicht.
Netflix will die Zahl seiner Eigenproduktionen 2016 im Vergleich zum Vorjahr
verdoppeln - auf 32.
Copyright: Netflix
Netflix: Verdopplung der Eigenproduktionen
Für Netflix verlief das vergangene Jahr dermaßen erfolgreich, dass sich das Unternehmen dazu entschieden hat, die Zahl seiner Eigenproduktionen 2016 im Vergleich zum Vorjahr zu verdoppeln. 32 Filme und Serien wird Netflix in Eigenregie verantworten. Das hat gleich zwei triftige Gründe: Zum Einen laufen die aktuellen Eigenproduktionen grandios erfolgreich, zum Anderen will sich Netflix zunehmend unabhängig von externen Studios machen. In letzter Zeit war es schon öfter zu Rechts-Streitigkeiten gekommen.
Primeflix zeigt die Netflix-Produktionen, die nächstes Jahr wichtig werden:
Fuller House:Für Kinder der 80er und 90er ist die Fernsehserie "Full House" der Inbegriff einer guten Comedy-Serie. Für alle Fans von Michelle, D.J. und Co. gibt es eine gute Nachricht zum Jahresausklang: Netflix legt die Kult-Serie im Februar 2016 neu auf. "Fuller House" spielt jedoch eine Generation später als die Vorlage aus den 90ern. Die drei Kinder aus der Originalserie sind mittlerweile erwachsen. D.J. ist bereits dreifache Mutter. Um ihr bei der Erziehung der drei Rebellen zu helfen, zieht ihre jüngere Schwester Stephanie zu ihr. Ein Wehrmutstropfen: Die jüngste Schwester Michelle (im Original gespielt von den Olsen-Zwillingen) wird in der Netflix-Neuauflage wohl nicht mehr vorkommen.
Serienstart: 26. Februar 2016
The Ranch: Auch für alle Fans von Ashton Kutcher gibt es 2016 einen Grund Netflix zu abonnieren. In der neuen Comedy-Serie "The Ranch" spielt der Star aus "Two and a Half Men" und "Die Wilden Siebziger" einen ehemals erfolgreichen Footballprofi, der auf's Land zieht, um dort zusammen mit seinem Bruder (Danny Masterson) die Ranch seiner Familie weiter zu betreiben.
Serienstart: Frühling 2016
Ashton Kutcher springt auf den Netflix-Zug auf: Er spielt 2016 die Hauptrolle
in "The Ranch".
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Amazon Video: Es wird schnell und laut
Amazon Video hält sich mit Ankündigungen für das kommende Jahr noch etwas zurück, dennoch sind bereits einige Serientitel durchgedrungen. Einige der Pilotfolgen, die bereits in den vergangenen Monaten online waren, gehen 2016 in Serie - darunter Good Girls Revolt und Patriot. Doch die wohl wichtigste Meldung ist eine andere.
Im Gegensatz zu Netflix hält sich Amazon noch etwas bedeckt, was neue
Eigenproduktionen betrifft.
Copyright: Amazon
Diese Amazon-Produktionen werden nächstes Jahr wichtig:
Top Gear: Dass die Auto-Show wirklich so heißen wird, lässt sich bezweifeln, da die Rechte für diesen Namen bei der BBC liegen. Fakt ist aber: Amazon Video hat die Moderatoren der erfolgreichsten Auto-Show der Welt eingekauft, nachdem Jeremy Clarkson, der Kopf von "Top Gear", im Sommer wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit einem BBC-Produzenten gefeuert wurde. Am Konzept wird sich wenig ändern. Auch "The Stig" wird dem Vernehmen nach in der Amazon-Show wieder auftauchen, allerdings unter anderem Namen. Außerdem kann man auch davon ausgehen, dass es wieder jede Menge spektakuläre Beiträge mit unzähligen Blechschäden geben wird, denn das Budget für die Show ist gewaltig: 6 Millionen Euro pro Folge!
Show-Start: unbekannt
Ein Muss für alle Fans von teuren Autos und gepflegtem britischen Humor:
Die neue Auto-Show mit den ehemaligen Moderatoren von "Top Gear".
Copyright: Amazon Studios
One Mississippi: Die Serie gehört zu denen, deren Pilotfolge bereits auf Amazon Video verfügbar ist. Weil diese so gut ankam, wird von "One Mississippi" jetzt eine ganze Staffel produziert. In der schwarzhumorigen Komödie kehrt die Hauptdarstellerin Tig (gespielt von Stand-Up-Komikerin Tig Nataro, deren Biografie als Vorlage für diese Serie dient) in ihre Heimatstadt zurück, wo sie mit dem Tod ihrer Mutter konfrontiert wird.
Serienstart: unbekannt
Tig Nataro spielt sich mehr oder weniger selbst in "One Mississippi"
Copyright: Amazon Studios
Da sollte doch für jeden Serien- und Show-Fan etwas dabei sein.
Primeflix wünscht euch einen guten Rutsch ins neue Streaming-Jahr 2016!
"The Man in the High Castle" ist eine beeindruckende und bedrückende Serie zugleich. Die Amazon-Originals-Serie zeigt eine Welt, wie sie für uns unvorstellbar erscheint. Basierend auf dem gleichnamigen Roman (im Deutschen: "Das Orakel vom Berge") von Autor Philip K. Dick beschäftigt sich das Werk mit einem grausigen Alternativszenario: Was wäre, wenn Hitler-Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten?
Beeindruckend und bedrückend zugleich: Die Amazon-Produktion
"The Man in the High Castle" zeichnet eine Alternativwelt, in der
Nazideutschland und Japan den 2. Weltkrieg gewonnen haben.
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Die Handlung: Hochgradig spannend, aber undurchsichtig
Wir schreiben das Jahr 1962. Nazi-Deutschland und Japan haben als Siegermächte des Zweiten Weltkrieges die USA in zwei Besatzungszonen aufgeteilt: Die Ostküste gehört dem Großdeutschen Reich an, die Westküste ist Teil des Japanischen Reiches. Getrennt sind die beiden Territorien durch eine neutrale Zone im Landesinnern. Nazi-Deutschland wird immer noch von Adolf Hitler geführt, der mittlerweile ergraut und an Parkinson erkrankt ist.
Mittlerweile 15 Jahre ist die Aufteilung der USA unter den Achsenmächten her - der Krieg endete in der Alternativwelt erst 1947. In beiden Regimen herrschen grausame Zustände, gegen Querdenker wird rigoros vorgegangen. Dennoch hat sich im Laufe der Zeit im Untergrund eine Bewegung des Widerstandes formiert - in beiden Territorien.
Die Untergrundorganisation entwickelt sich zunehmend zum Staatsfeind Nummer eins im Lager beider Großmächte. Grund dafür ist in erster Linie ein Film mit brisantem Inhalt, der sich im Besitz der Widerständler befindet. Er zeigt einen alten Wochenschau-Ausschnitt, in dem davon berichtet wird, dass nicht das Deutsche Reich und Japan den Krieg gewonnen hätten, sondern die Alliierten - ein Beweis dafür, dass das gesamte aktuell herrschende Weltbild auf einer großen Lüge basiert. Für beide Großmächte bedeutet die Existenz des Filmes die Gefährdung der nationalen Sicherheit. Dementsprechend unternehmen die Behörden alles, um diesen Film und deren Besitzer auszulöschen.
Die Ostküste der USA ist Teil des Großdeutschen Reiches - unverkennbar
zeigt das auch die Landesflagge.
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Mehr oder weniger unfreiwillig wird Juliana Crane (Alexa Davalos) Teil des oppositionellen Untergrunds. Durch den Tod ihrer Schwester Trudy, die im Widerstand engagiert war, gerät Juliana in den Besitz der Filmrolle. Sie erhält den Auftrag, den Film von San Francisco (Japanisches Reich) aus in die neutrale Zone nach Canon City zu schaffen, wo "The Man in the High Castle" - der Kopf des Widerstandes - sitzt.
Was sie nicht weiß: Bereits zu Beginn ihrer Reise haben beide Besatzungsmächte Wind von ihrer Mission bekommen. Es kommt zu Verhaftungen und Ermordungen in ihrem Familienkreis.
In der neutralen Zone trifft Juliana auf Joe Blake (Luke Kleintank), der sich als ihr Kontaktmann ausgibt, in Wirklichkeit aber ein Nazi-Agent ist. Im Laufe der Handlung wird deutlich, dass er diese Rolle aber nicht aus voller Überzeugung ausführt, sondern nur um seinen Vater stolz zu machen, wie er selbst gesteht. Obwohl er Juliana eigentlich ausliefern soll und dazu auch mehrmals die Gelegenheit hat, tut er dies nicht, weil er Sympathien für sie hegt. Joe gerät immer mehr unter Druck, weil er einerseits Juliana weiter beschützen will, andererseits aber auch die Befehle der Nazis ausführen muss, um nicht selbst an den Pranger zu geraten.
So entspinnt sich im Verlaufe der Serie ein spannendes, aber sehr kompliziertes Konstrukt aus Intrigen und Wirrungen, die sich auch nach Durchsehen der kompletten ersten Staffel nicht gänzlich auflösen.
Eigentlich sollte Nazi-Agent Joe (links) die Widerstandskämpferin Juliana
eliminieren. Trotzdem macht er es nicht - er hat Sympathien für die Frau aus
Wie die Macher der Serie, Ridley Scott und Frank Spotnitz, eine alternative Welt aufbauen ist einfach nur gigantisch. Bis ins letzte Detail sind die Schauplätze des Werkes alternativ-historischen Gegebenheiten angepasst. Sei es der Times Square im großdeutschen New York oder San Francisco im japanischen Reich, jede Ecke trägt den Charakter der inszenierten Welt.
New York im Großdeutschen Reich: Wie in der realen Welt Reklame für
Technik und Lebensmittel prangt, dominiert in "The Man in the High Castle"
das Hakenkreuz.
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Ein Problem gibt es bei "The Man in the High Castle" aber dann doch - das besteht aber nur in der deutschen Fassung: Gerade am Anfang der Serie ist die Synchronisation ziemlich schwach, vor allem die der Juliana. Auch die Übersetzung von "The Man in the High Castle" klingt im Deutschen etwas holprig: "Der Mann im hohen Schloss". Besser und wohlklingender wäre es gewesen, sich an die Romanvorlage zu halten, in der vom "Orakel vom Berge" die Rede ist.
Deswegen der Tipp: Die insgesamt zehn Folgen der Amazon-Originals-Serie im Originalton ansehen, dann werdet ihr eure wahre Freude an "The Man in the High Castle" haben - vorausgesetzt ihr habt starke Nerven (Mord und Totschlag sind hier an der Tagesordnung) und ein Faible für alternativ-historische Meisterwerke.
Die beste Nachricht kommt zum Schluss: Amazon hat vor wenigen Tagen bekannt gegeben, dass es eine zweite Staffel von "The Man in the High Castle" geben wird. Primeflix freut sich schon drauf!
Auch wenn sich Instant Video in letzter Zeit zu einem wahren Kassenschlager für Amazon entwickelt hat, verdient das US-Unternehmen die größten Brötchen natürlich immer noch mit seinem Versandhandel. Ihr glaubt, alles über Amazon zu wissen? Wir beweisen euch das Gegenteil mit 12 Fun Facts:
#1: Amazon hieß früher "Cadabra" (von "abracadabra"). Dies änderte Gründer Jeff Bezos, nachdem der Name wie "Kadaver" ausgesprochen wurde.
#2: Amazon.com wurde nach dem Amazonas benannt, weil er der weltgrößte Buchladen werden sollte. Außerdem waren Website-Listings früher alphabetisch, eine Domain mit "A" war da natürlich von Vorteil.
#3: Das Amazon-Logo besteht aus einem Lächeln und einem Pfeil. Es beginnt unter dem "A" und endet unter dem Buchstaben "Z". Die Bedeutung ist klar: "We're happy to deliver anything anywhere, from A to Z."
Nicht nur künstlerisch wertvoll, sondern auch mit tieferem Sinn: Das Amazon Logo Copyright: Amazon
#4: Man benannte das Hauptgebäude auf dem Amazon-Campus nach John Wainwright, dem ersten Amazon-Kunden.
#5: In den ersten Jahren von Amazon unterlief dem Unternehmen ein Programmierfehler, der den Kunden ermöglichte, negative Produktangaben (zum Beispiel -5 Bücher) einzutragen. Amazon überwies den Betrag an den Kunden, anstatt den Preis von dessen Konto abzubuchen.
#6: Alle zwei Jahre muss jeder Mitarbeiter des Unternehmens für zwei Tage bei der Kundenbetreuung helfen - auch der CEO.
#7: 2013 war "Amazon.com" für 49 Minuten nicht verfügbar. Dem Konzern entging ein Umsatz von rund 5,7 Millionen Dollar.
#8: Gibt man www.relentless.com (dt.: "unbarmherzig") in den Browser ein, wird man automatisch auf Amazon weitergeleitet.
#9: Der geplante Name für den eBook Reader "Kindle" war ursprünglich "Fiona".
#10: Amazon hat die „1-Klick“-Kauffunktion patentieren lassen. Apple nutzt diese Funktion in seinem Apple-Store und zahlt Lizenzgebühren an Amazon.
Alles andere als ein gewöhnlicher CEO: Amazon-Chef Jeff Bezos. Er verdient
zwar "nur" gut 80.000 US-Dollar im Jahr, gehört aber zu den 20 reichsten
Menschen der Welt.
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#11: Jeff Bezos schwört auf die „Two Pizza Rule“. Bezos: „Wenn du dein Team nicht mit zwei Pizzen satt bekommen kannst, dann ist es zu groß“.
#12: Amazon-Chef Jeff Bezos verdient 81.840 US-Dollar im Jahr und ist damit einer der Tech-CEOs mit dem geringsten Gehalt. Bezos besitzt aber rund 87 Millionen Amazon-Aktien im Wert von 23,5 Milliarden US-Dollar. Damit gehört er zu den Top-20 der reichsten Menschen der Welt.
Seit dem 4. Dezember 2015 ist es so weit: Das lang ersehnte Weihnachts-Special von und mit Bill Murray ist online! Aber hält es tatsächlich den hohen Ansprüchen stand, die durch den Trailer und den erstklassig besetzten Cast geweckt wurden?
Copyright: Netflix
Zunächst muss man sagen, dass es sich bei der Netflix-Produktion um eine Persiflage altbackener Weihnachtsshows handelt, wie sie seit den 60er Jahren in den Vereinigten Staaten ausgestrahlt werden. In diesen geben Künstler Weihnachtslieder zum besten und spielen damit in der Vorweihnachtszeit bis heute eine Menge Geld ein.
Regisseurin Sofia Coppola nimmt dies mit "A Very Murray Christmas" gezielt auf's Korn und produziert einen Weihnachtsfilm der etwas anderen Art.
Bill Murray, der in der Hauptrolle sich selbst spielt, befindet sich zu Beginn der Handlung in einer vertrackten Situation: Zu der Weihnachtsgala, die er in New York abhalten soll, kann aufgrund eines Schneesturms (der während der Dreharbeiten tatsächlich wütete) keiner seiner Gäste anreisen, denn dieser hat sämtliche Flughäfen, Bahnhöfe und Straßen lahmgelegt. Murray will die Show absagen, doch nach redlicher Überzeugungsarbeit steht er schlussendlich doch auf der Bühne und singt sich begeisterungslos durch das geplante Programm. So kommt ihm der plötzliche Stromausfall, ebenfalls durch den Schneesturm verursacht, gerade Recht. Die Gala wird abgebrochen und Bill ist froh, der Situation entkommen zu sein. Zusammen mit seinem Pianisten landet er in einer Hotelbar und trifft dort auf die verschiedensten Menschen: Hotelangestellte, ein zerstrittenes Brautpaar und einzelne Gäste, mit denen er im Verlauf des Films weitere Lieder zum Besten gibt. Doch die typische Kitschkulisse, die man von einem Weihnachtsfilm erwartet, sucht man bis dahin vergeblich, und so landet Murray nach seinem letzten Schnaps in einer Traumwelt, in der es neben reichlich Kunstschnee und schrillen Weihnachtsoutfits auch eine von leichtbekleideten Frauen gezogene Kutsche gibt, derer George Clooney und Miley Cyrus entspringen!
Copyright: Netflix
Einen roten Faden oder eine packende Story sucht man im Film jedoch vergebens, viel mehr wird den "obligatorischen" Weihnachtsliedern ein Rahmen geboten. Und die musikalischen Gastauftritte der Stars sind wahrlich das Highlight des Films - wo sonst findet man einen singenden George Clooney oder Miley Cyrus im Duett mit Bill Murray. Das Netflix-Weihnachts-Special dauert nur eine knappe Stunde und ist bisher nur auf Englisch (optional mit deutschen Untertiteln) verfügbar. Dies ist aber kein Wermutstropfen, denn die zahlreichen Lieder werden von den Stars selbst gesungen, eine Synchronisation würde dem Filmspaß da eher Abbruch tun.
Bei "A Verry Murray Christmas" handelt es sich nicht um einen Weihnachtsfilm im herkömmlichen Sinne (Coppola selbst bezeichnet ihr Werk als "ein bisschen skurril"), wohl aber um eine großartige Performance von Bill Murray und vieler anderer Stars. Wer auf der Suche nach einem etwas anderen - und vor allem nicht typisch zuckersüßen und kitschigen - Weihnachtsfilm ist, ist hier genau an der richtigen Adresse. In diesem Sinne: A Very Murray Christmas to everyone!
Eins
muss man Amazon wirklich lassen: Sie sind unermüdlich, wenn es darum geht Kunden
zu akquirieren. Schon allein die Startseite wirbt mit einer Mitgliedschaft in
seinem Premium-Kunden-Sektor Prime.
Copyright: Amazon
Allen Prime-Usern
wird das Instant-Video-Programm angeboten, welches ein Streaming von Filmen
ermöglicht. Aber lohnt sich dieses Angebot wirklich oder ist es nur eine
Abo-Falle?
Das
volle Programm
Bei einem Einkauf bei Amazon kommt man um die
Werbung für Amazon Prime nicht drum herum. Dabei lockt Amazon die Kunden mit nur
wenigen Klicks zu einer Premium-Mitgliedschaft.Hierbei steht vor allem der schnelle und kostenlose
Versand am nächsten Tag im Vordergrund.Prime Instant Video ermöglicht den Kunden
seit dem 16.02.2014 das unbegrenzte Streaming von mehr als 13.000 Filmen und
Serien. Nach Neuerscheinungen oder unbekannteren Titeln sucht man allerdings
vergeblich. Auch für Leseratten ist dieses Angebot
interessant: In der Kindle-Leihbücherei können E-Books sowohl ausgeliehen als
auch gekauft werden.
Kosten-Nutzen
Eine Mitgliedschaft bei Amazon Prime kostet
49 Euro/Jahr. Der Vertrag ist jederzeit kündbar, die Laufzeit von zwölf Monaten
wird dabei aber nicht berücksichtigt.Ein wichtiger Aspekt ist der des
Mindestbestellwertes. Während Nicht-Mitgliedern ein kostenloser Versand ab
einem Bestellwert von mindestens 29 Euro angeboten werden, können
Premium-Besteller diese Angabe getrost vergessen, denn dieser ist generell kostenlos.Die Zustellung von Büchern ist sowohl bei
Prime-Nutzern als auch bei Nicht-Mitgliedern (auch in Kombination mit anderen
Artikeln) dagegen immer kostenlos.Der Premiumversand ist für Shopping-Queens und
–Kings ein echtes Must-have. Hierbei ist allerdings auf das Prime-Logo zu
achten, denn nicht alle Produkte sind bei dieser Mitgliedschaft enthalten.
Fazit: Ja
es lohnt sich!
Der Service von Amazon Prime ist verglichen
mit Konkurrenzprodukten wie beispielsweise Maxdome, Netflix und Co. unschlagbar
und überzeugt auf ganzer Linie. Das Amazon-Prime-Paket ist damit deutlich
schwerer als die Konkurrenzpost.Nicht weitersagen:Holt euch das kostenlose 30-Tage-Probe-Abo
und entscheidet selbst.Pssst… Bei einer Premium-Mitgliedschaft
zahlen Studenten lediglich 24 Euro/Jahr! Alles was sie dafür brauchen, ist die
Matrikelnummer.Weitere Informationen findet ihr auch bei der Huffington Post!
Die von den Amazon Studios produzierte Coming-of-Age-Komödie "Red Oaks" besticht mit viel Witz und 80er-Jahre-Charme - hat aber auch eine große Schwäche.
Copyright: Amazon Studios.
New Jersey im Sommer 1985, die Menschen tragen seltsame Kleidung und genießen das Leben. Vor allem diejenigen, die es sich leisten können. Alle anderen nutzen die Sommerferien, um sich etwas Geld für das Studium dazu zu verdienen. So auch David, der an der renommierten New York University studiert, sich in Big Apple aber keine Wohnung leisten kann und deswegen während des Semesters pendelt. Das will er ändern und heuert deswegen in den Sommerferien als Tennistrainer in einem Country Club für gut Betuchte an - dem Red Oaks.
Eigentlich ist David ein Freigeist, interessiert sich für Kunst und Film - so sehr, dass er im nächsten Semester Filmwissenschaften als Studienschwerpunkt wählen möchte. Doch sein Vater Sam macht diesen Plänen den Garaus. Der will nämlich, dass David irgendwann seine Buchhalter-Kanzlei übernimmt und drängt ihn deswegen dazu, sich auf Rechnungswesen zu spezialisieren.
David - ein Junge zwischen Anspruch des Vaters und eigenen Träumen
Obwohl Sam seinem Sohn während eines Herzinfarktes (den er überlebt) gesteht, dass er weder seine Frau Judy noch seinen Job je wirklich geliebt hat, hält er ihn auch in Zukunft dazu an, Buchhalter zu werden - und seine Freundin Karen zu heiraten. So wirklich sicher ist sich David aber nicht, ob sie die Richtige ist - viel weniger äußerlich, als intellektuell.
Denn eigentlich spielt Karen, was das Aussehen betrifft, nicht in Davids Liga. Sie ist groß, blond und begehrt. David hingegen ist eher klein gebaut und sieht für sein Alter (das wird nie genau genannt, aber er dürfte um die 20 sein) relativ jugendlich aus.
Eigentlich passen David und Karen nicht zusammen. Und doch
planen sie eine gemeinsame Zukunft.
Copyright: Amazon Studios
Auch Karen studiert und arbeitet in den Sommerferien als Aerobic-Trainerin im "Red Oaks". Sie hat genaue Pläne, wie ihr Leben nach dem Studium aussehen soll: wie das der Reichen und Schönen im Country Club. Diese Dekadenz ist David zuwider, von Oberflächlichkeit hält er nicht viel.
Und doch gerät er relativ schnell mehr oder weniger ungewollt in die Kreise der finanziellen Oberschicht. Die Tennis-Clubmeisterschaft im Red Oaks steht bevor und David wird vom Clubbesitzer Getty als Coach angeheuert, was dem eigentlichen Chef-Coach Nash zunächst überhaupt nicht gefällt.
Im Zuge der Vorbereitungen zum Turnier kommt David mit Gettys Tochter Skye in Kontakt, die ihm ordentlich den Kopf verdreht, weil sie nicht nur gut aussieht, sondern sich wie er auch für Kunst interessiert.
So steht David im Verlauf der Serie nicht nur zwischen seinen Ansprüchen und denen seines Vaters, sondern auch zwischen zwei Frauen - Karen und Skye.
Mit ihrer frechen und selbstbewussten Art verdreht Skye
David ziemlich den Kopf.
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Und dann gibt's da noch Wheeler, Davids Kumpel. Er ist der typische Nerd: Lockenkopf, etwas pummelig, schüchtern, aber intelligent. Er arbeitet als Portier im Country Club und kifft (wie eigentlich fast alle Studenten in der Serie - außer David) regelmäßig. Wheeler hat ein Auge auf Misty geworfen, die aber nicht nur einen festen Freund (ein oberflächlicher Macho) hat, sondern auch optisch für ihn nicht zu erreichen ist - eigentlich. Im Verlauf der Handlung unternimmt er alles, um sie zu erobern und sorgt dabei für einige Lacher.
Die Charaktere: Schräge Vögel, aber tiefgründig
David: Der Hauptdarsteller ist noch der Normalste im Red Oaks Club. Er arbeitet nur dort, um sich für das Studium etwas dazu zu verdienen. Im Gegensatz zu seinen Freunden schwört er den Drogen gänzlich ab. Oft wirkt er unbeholfen und tollpatschig, nimmt aber im Verlauf der Handlung eine charakterliche Entwicklung.
Gespielt wird David vom bisher relativ unbekannten Schauspieler Craig Roberts, der in Filmen wie 22 Jump Street oder Neighbors kleine Nebenrollen besetzte.
David (Craig Roberts) steht in mehrerlei Hinsicht zwischen den
Fronten und tritt dabei des Öfteren in Fettnäppchen.
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Davids Eltern Sam und Judy: Als Sam wegen seiner ungesunden Lebensweise einen Herzinfarkt erleidet, offenbart er David, dass er und seine Frau Judy sich nie geliebt hätten. Außerdem glaubt Sam, dass Judy bisexuell sei. Für ihre sexuelle Ambivalenz gibt es im Verlauf der Serie durchaus Anhaltspunkte.
Seinen ungesunden Lebensstil verteidigt Sam - wie alle seine Taten - damit, dass er im Korea-Krieg gekämpft hat. Um ihre Ehe vielleicht doch noch zu retten, versuchen beide eine Therapie, bei der sie auch zu unkonventiellen Maßnahmen (Drogen) motiviert werden.
Die Rolle der Judy wurde von Jennifer Grey (bekannt aus Dirty Dancing) besetzt. Auch Sam dürfte einigen Serien-Fans bekannt vorkommen. Er wird gespielt von Scrubs-Hypochonder Richard Kind.
In Sams (Richard Kind) und Judys (Jennifer Grey) Ehe läuft es
nicht mehr. Eigentlich ist es noch nie wirklich gelaufen.
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Clubbesitzer Getty: Er wird anfangs als überhebliches Alphatier inszeniert. Das Alphatier bleibt er auch im weiteren Verlauf der Serie, seine Überheblichkeit legt er aber zusehends ab. Nach Anfangsschwierigkeiten hegt er immer mehr Sympathien für David und engagiert ihn als Trainer für Clubmeisterschaft. Getty ist ein Geschäftsmann, der gerne an der Börse zockt, was ihm am Ende zum Verhängnis wird.
Der Schauspieler Paul Reiser mimt Getty. Er war bereits in den 80er-Jahren in Beverly Hills Cop zu sehen und ist zudem ein bekannter amerikanischer Comedian.
Getty (Paul Reiser) gehört der Red Oaks Club. Zunächst kann er David nicht leiden, das ändert sich im Verlauf der Serie aber.
Copyright: Amazon Studios
Chef-Tenniscoach Nash: Er ist der eigentliche Star der Serie, zumindest in komödiantischer Hinsicht. Aus seinem großen Tennis-Talent hat Nash nie etwas gemacht. Schuld daran ist sein Hang zum Lotterleben, der ihm auch bei seinem Job als Trainer nicht selten im Weg steht. Statt sich auf den gelben Filzball zu konzentrieren, wirft er eher Auge auf seine Schülerinnen. Als ihm Getty vom Aktienboom erzählt, steigt er nebenbei ins Börsengeschäft ein. Nash ist charmant und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.
Der bislang nur Insidern bekannte Schauspieler Ennis Esmer übertrifft sich in seiner Rolle als Tenniscoach Nash selbst. Esmer ist gebürtiger Türke.
Sein Geld verdient Nash (Ennis Esmer) als Tennis-Trainer und doch konzentriert er sich lieber auf das Leben abseits des Platzes.
Copyright: Amazon Studios
Wheeler: Er ist alles andere als ein Frauenheld und dennoch weiß er, wie man Frauen beeindruckt. Das stellt er bei seinen Versuchen unter Beweis, die schöne Bademeisterin Misty für sich zu gewinnen. Um sie auch finanziell zu beeindrucken, baut er sich neben seiner Arbeit als Portier ein zweites Standbein auf: Wheeler wird zum Kokaindealer der Mitglieder des Red Oaks Club und verdient sich damit im wahrsten Wortsinne ein goldenes Näschen.
Hangover-Fans dürfte Schauspieler Oliver Cooper bereits aus einem Kurzauftritt im letzten Teil der Trilogie bekannt sein. Als Wheeler spielt er den am detailliertesten gezeichneten Charakter in "Red Oaks".
Er ist zwar kein Frauenheld, aber ein Charmeur ist
Wheeler (Oliver Cooper) trotzdem. Zu Drogen sagt er nie Nein.
Copyright: Amazon Studios
Fazit: Manchmal überdreht, aber immer witzig
Von der äußeren Erscheinung wirkt "Red Oaks" wie ein College-Trash-Film. Die Macher (um Ocean's-Eleven-Regisseur Steven Sonderbergh) spielen mit den Klischees der 80er-Jahre: Lustige Klamotten, komische Frisuren und Drogenkonsum. Oft fragt man sich, ob "Red Oaks" nicht eine Parodie auf das Leben in den 80ern sein soll. Bei näherer Betrachtung ist die Serie aber viel mehr als das.
Denn für eine Parodie ist die Serie an einigen Stellen viel zu ernsthaft und tiefgreifend. Wie stark sich manche Charaktere (vor allem David) im Verlauf der zehn kurzen Folgen entwickeln, ist beeindruckend. Die Dialoge sind nicht selten rührend.
Aber natürlich lebt die Serie auch von ihrem Klamauk, für den vor allem Tennis-Coach Nash immer wieder sorgt. Auch dem liebenswerten Nerd Wheeler sitzt der Schalk im Nacken. Die Komik entsteht aber auch durch einige Nebencharaktere, wie den schnauzbärtigen und überheblichen Fotografen Barry, der Davids Freundin Karen umwirbt.
"Red Oaks" bewegt sich in Sachen Komik oft an der Grenze des guten Geschmacks und mag daher nicht Jedermanns Sache sein. So wird David in einer Folge damit beauftragt einen Privatporno für ein Ärztepaar aus dem Club zu drehen. In einer weiteren Episode tauschen David und sein Vater Sam unfreiwillig ihre Körper, nachdem sie sich mit einem japanischen Schnaps betrinken - das ist zwar lustig, passt aber insgesamt nicht zur Serie.
Political incorrectness wird in der Serie groß geschrieben und genau das macht "Red Oaks" so erfrischend. "Eine amerikanische Drei, ist eine jüdische Fünf", kritisiert Sam zum Beispiel die Noten seines Sohnes David. Sprüche dieser Kajüte gibt es einige in der Serie.
Gute Dialoge, tiefgründige Charaktere, gute Handlung - "Red Oaks" hat alles, was eine Comedy-Serie braucht. Eine große Schwäche hat sie aber dennoch - die fällt aber wahrscheinlich nur Zuschauern auf, die etwas vom Tennissport verstehen: Die Schauspieler (auch das vermeintliche Tennistalent David) spielen miserables Tennis. Beinarbeit, Abstand zum Ball und Technik: Note 6!
Die Serie an sich kommt da bei der Benotung deutlich besser weg: 2+